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Showreel

Playboy

Playboy von: 1992

Fun tastische Verführer

Reklame? Will doch keiner mehr sehen. Playboy suchte und fand in Deutschland moderne Event-, PR- und Marketing-Agenturen, die das Trend-Barometer ständig auf "FUN" stellen. Innovativ und unkonventionell sind ihre Methoden, Marken-Image mit viel Spaß zu verkaufen.

(...) So wird Geschichte geschrieben: Adidas wollte sein verquastes Image loswerden und einen - natürlich dreigestreiften - Fuß in die Tür zur Szene setzen, Schröder+Schömbs hatten nichts gegen einen guten Kunden. Das wilde Kind aus der Verbindung von Adidas und Schrö+Schö –Streetball geheißen – beherrschte die Schlagzeilen des letzten Sommers.
Drei Jahre zuvor hatten Grit Lauterbach (geschiedene Schröder) und Gerald Schömbs im Berliner "Gasthaus Wuppke" auf einer Papierserviette notiert, wie ihr Leben nach der Festanstellung bei der Agentur GKM aussehen könnte. Sie kamen überein, sich ab sofort nur noch dem Lustprinzip zu unterwerfen. Wir wollen nicht reich werden, wir wollen nicht mächtig werden, wir wollen Spaß haben", sagt Grit Lauterbach.
Zunächst goß Grit massenhaft Wackelpudding in eine weibliche Form. Dann lud sie die Berliner Werbeszene ein. 450 Gäste vernaschten Berge von zitternden nackten Frauen, der letzte verließ gegen sechs Uhr morgens die delikate Orgie. Erste Kunden meldeten sich kurz darauf: REWE, die Berliner Messe, ein Basketball-Team. Heute können sich Schröder+Schömbs aussuchen, von wem sie Geld nehmen. Jeder neue Kunde wird auf seinen "Lustfaktor" geprüft. Sogar das brandenburgische Landwirtschaftsministerium bestand diesen SchröSchö-Test.
Grit Lauterbach und Gerald Schömbs gelten als seriöse und harte Öffentlichkeitsarbeiter, deren PR sich deutlich unterscheidet von der üblichen Methode der Branchen-Dumpfbacken:

1. Pressemitteilung rausschicken.
2. In Deckung gehen.
3. Abwarten, ob zufällig jemand was druckt.

"Wir arbeiten direkt mit Redaktionen zusammen", erklären Schröder+Schömbs. "Bei der Streetball-Challenge hatten wir 16 feste Medienpartner." Heute genießen die Berliner einen ausgezeichneten Ruf als Organisatoren komplizierter bundesweiter Events. Insbesondere im Basketball sind sie nahezu unschlagbar. Selbst Magic Johnson dunkt für Schröder+Schömbs.
Mittlerweile haben die beiden eine handvoll Mitarbeiter, ein wunderschönes Büro-Loft in der alten Herlitz-Fabrik, monatlich 6000 Mark auf dem Konto und gelegentlich ein paar Scheine über, mit denen sie sich und der ganzen Agentur eine Yacht-Charter spendieren können. Richtig reich geworden sind sie noch nicht - auch hier liegen SchröSchö, die Bescheidenen aus Berlin, also voll im Plan.
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