


Mit Events und Lifestyle-Marketing hat sich Schröder+Schömbs Public Relations einen Namen gemacht. Heute setzen die Berliner um Gerald Schömbs und Elmar von Hoesslin auf "junge Kommu- nikation" plus traditionelle Werte. Und sind nach zweijähriger Talfahrt wieder auf Expansionskurs.
Berlin Mitte. An den Wänden der Altbauetage leuchten grellbunte Bilder über einer futuristischen Sitzgruppe, ein Hund mit rotem Halstuch stromert durch die langgestreck- ten Räume. Der äußere Eindruck passt ins Konzept: Schräg, jung, trendy ist nicht nur das Interieur, sondern auch der Ruf der PR-Agentur Schröder+Schömbs (S+S PR). "Jahre- lang hatten wir Angst, uns nicht vom Stempel des Jugend- marketing befreien zu können", sagt Gerald Schömbs. Heute stören die alten Klischees den 38-jährigen Geschäfts- führer nicht mehr. "Inzwischen haben wir es geschafft, uns über das reine Trend-Szene-Kult-Marketing hinaus als Life- style-Experten zu etablieren."
Lifestyle ist alles Unter Lifestyle versteht Gerald Schömbs eine ganze Menge: Celebrities, Kino, Musik, Sport, Mode, Freizeit, Wellness – selbst Technologie fällt unter den Oberbegriff, dem sich S+S PR verschrieben hat. Dabei versucht das Team, den passenden Mix aus Kampagnen, Pressearbeit, Marken- und Consumer-PR, Event-Marketing und Promotions zu finden. Für T-Mobile beispielsweise engagieren sich die Berliner Kommunikationsexperten gleich in drei Sparten: Beim Sportmarketing dreht sich alles um das Radprofiteam mit Tour-de-France-Star Jan Ullrich, das Musikmarketing umfasst Projekte wie die Deutsche Konzerttour der Rolling Stones im vergangenen Jahr, und als dritte Säule dient die klassische Produkt-PR, wo zurzeit wo das Soundlogo für Handys eingeführt wird. Wichtig ist Schömbs, die "junge Kommunikation", die seine Agentur (auch gemessen am Alter der Mitarbeiter) verkörpert, mit traditionellen Werten zu verbinden. Zuverlässigkeit, Budgettreue, Zielorientierung seien entscheidend für die Arbeit von S+S PR, so Schömbs. "Das unterscheidet uns auch von anderen Agenturen in der Szene, die lässiger an die Sache herangehen."
Türöffner adidas In der Branche gehört die Agentur schon nicht mehr zu den ganz Jungen. 1990 machten sich Gerald Schömbs und Grit Schröder (sie verließ die Agentur 1997) mit S+S PR selbstständig. Die adidas-Streetball-Kampagne zwei Jahre später markierte Ihren ersten Meilenstein, jugendaffine Kunden wie MTV, Swatch und GAP folgten. 1996 gründeten Gerald Schömbs, sein heutiger Partner Elmar von Hoesslin und Andreas Wegener die Veranstaltungsproduktion Eventure. "Wir haben gleich zu Anfang viele Erfahrungen mit Veranstaltungen gesammelt und begriffen, dass PR und Events zusammen gehören" sagt Schömbs. Eventure, zunächst als eigenständige Firma tätig, fusionierte im Jahr 2000 mit S+S PR.
Zum Aufstieg der Agentur hat die Event-Sparte einiges beigetragen. Schröder + Schömbs richtete Veranstaltungen rund um die MTV European Music Awards aus, beteiligte sich an der Love Parade, eröffnete die Münchner Depandance von Planet Hollywood. Doch auch Unternehmen wie Obi, eher als bodenständig denn als szenig bekannt, nehmen die Dienste der Hauptstädter in Anspruch. Für die Baumarktkette erdachte das PR-Team das Streetball-Turnier "Biber Beats". Mit den ,revolutionären Zellen‘ im Haus haben wir Konzepte entwickelt, die es bei Obi vorher so noch nicht gab", erzählt Schömbs. "Das hat im Unternehmen für Furore gesorgt."
Rewe bringt das Geld Größter und langjährigster Kunde in der Event-Sparte ist Rewe. "Happy Family" die jährliche Riesenparty des Supermarktkonzerns, organisieren die Berliner dieses Jahr bereits zum 13. Mal in Folge. In zehn verschiedenen Städten, darunter Hamburg, München, Köln und Berlin zieht das Spektakel mit Musik-Acts wie Yvonne Catterfeld jeweils bis zu 80 000 Menschen an. Damit erwirtschaftet Schröder + Schömbs knapp die Hälfte des Umsatzes.
Wie wichtig es ist, Kunden langfristig zu halten, hat Gerald Schömbs vor allem in der jüngeren Vergangenheit zu spüren bekommen. Zwei Jahre litt die Agentur unter der allgemeinen Wirtschafts- und Werbekrise. Die Abstürze der sogenannten Dotcom-Kunden habe S+S PR noch vergleichsweise gut weggesteckt, sagt Schömbs. "Belastet hat uns aber dass das Gros der Kunden Budgetkürzungen vornahm." Die harten Zeiten wirkten sich unmittelbar auf die Manpower aus. Die Zahl der Mitarbeiter schmolz von 30 auf zwölf. "Wir haben outgesourct, teilweise gekündigt, ausscheidende Mitarbeiter nicht ersetzt." Ende 2002 war die Talsohle durchschritten. Inzwischen beschäftigt Schröder + Schömbs wieder 23 Leute, allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien zehn neue eingestellt worden, gibt der Agenturchef an. Für 2004 erwartet er ein sattes Plus im Honorarumsatz: "Mindestens 20 Prozent." Ein Grund für die schnelle Erholung nach der Krise sei, dass wir in der Zeit keinen einzigen Kunden verloren haben".
Fussballbegeistert Seit dem Ende der Durststrecke kommen auch wieder neue Auftraggeber hinzu. Vergangenen Dezember gewann die Agentur den Pitch um die im August startende Kampagne von Jägermeister. Analog zur Fussball-Bundesliga sollen 18 Bands an 34 Spieltagen um die "Jägermeisterschaft" kämpfen. Die Matches laufen in Form von Konzerten, auf denen jeweils zwei Bands aus Bundesliga-Städten gegeneinander antreten und um die Gunst des Publikums spielen.
Um die Aktion professionell zu realisieren, wurde ein ganzer Pool von Firmen angeheuert. Für Schömbs und seine Mitarbeiter kein Problem: "Wir waren schon immer sehr nach außen orientiert." Das Team arbeitet regelmäßig mit Musikproduzenten, Fotografen, Plattenfirmen, Film- und Fernsehproduktionen, aber auch mit Managements von Künstlern und Schauspielern zusammen.
Vor Vernetzungen innerhalb der Public-Relations-Szene scheut S+S PR ebenfalls nicht zurück. "Die Zusammenarbeit mit anderen Agenturen entwickelt sich immer besser und ist fast schon ein Schlüsselfaktor in der Branche", so Schömbs. Er selbst ist mit 20 Prozent an der PR-Agentur Zucker beteiligt und hob schon 1993 "Family Affairs" mit aus der Taufe. Das 13 Agenturen fassende Netzwerk diente als Austausch- und Diskussionsplattform. Während der 90er Jahre trafen sich die PR-Spezialisten regelmäßig zu Workshops.
Inzwischen ist "Family Affairs" eingestellt – was der Vernetzung von S+S PR jedoch keinen Abbruch getan hat. Seit 2001 ist die Agentur Partner im globalen Netzwerk von Manning Selvage & Lee (MS & L) deren Hauptsitz in Oberursel liegt. Die bisherigen Erfahrungen aus der Kooperation bewertet Schömbs durchweg positiv: "Zum einen haben manche unserer Kunden Bedarf an internationaler PR, wo wir nun auf weltweite Büros zugreifen können. Umgekehrt melden sich hier Kunden aus Amerika, weil Berlin ein wichtiger Standort ist."
Start in München Doch nicht nur mit der Hauptstadt wird der Name Schröder + Schömbs künftig verbunden: Im Frühling eröffnete S+S PR München. Bei dem neuen Büro handelt es sich nicht um eine Niederlassung, sondern um eine eigenständige Agentur, betont Schömbs.. Mit dem Textilfachmann Uwe Sasse, der die Leitung an der Isar übernommen hat, kooperiert er bereits seit Jahren. Und um noch mal zu unterstreichen, dass kein Hasardeur sein muss, wer Sport- und Trendmarketing betreibt, erklärt Schömbs, Sasse habe vom Start weg drei Kunden betreut. " Es ist kein Investment à la ,Wir versuchen es mal in München‘, sondern alles ganz seriös und gesichert."
Berlin Mitte. An den Wänden der Altbauetage leuchten grellbunte Bilder über einer futuristischen Sitzgruppe, ein Hund mit rotem Halstuch stromert durch die langgestreck- ten Räume. Der äußere Eindruck passt ins Konzept: Schräg, jung, trendy ist nicht nur das Interieur, sondern auch der Ruf der PR-Agentur Schröder+Schömbs (S+S PR). "Jahre- lang hatten wir Angst, uns nicht vom Stempel des Jugend- marketing befreien zu können", sagt Gerald Schömbs. Heute stören die alten Klischees den 38-jährigen Geschäfts- führer nicht mehr. "Inzwischen haben wir es geschafft, uns über das reine Trend-Szene-Kult-Marketing hinaus als Life- style-Experten zu etablieren."
Lifestyle ist alles Unter Lifestyle versteht Gerald Schömbs eine ganze Menge: Celebrities, Kino, Musik, Sport, Mode, Freizeit, Wellness – selbst Technologie fällt unter den Oberbegriff, dem sich S+S PR verschrieben hat. Dabei versucht das Team, den passenden Mix aus Kampagnen, Pressearbeit, Marken- und Consumer-PR, Event-Marketing und Promotions zu finden. Für T-Mobile beispielsweise engagieren sich die Berliner Kommunikationsexperten gleich in drei Sparten: Beim Sportmarketing dreht sich alles um das Radprofiteam mit Tour-de-France-Star Jan Ullrich, das Musikmarketing umfasst Projekte wie die Deutsche Konzerttour der Rolling Stones im vergangenen Jahr, und als dritte Säule dient die klassische Produkt-PR, wo zurzeit wo das Soundlogo für Handys eingeführt wird. Wichtig ist Schömbs, die "junge Kommunikation", die seine Agentur (auch gemessen am Alter der Mitarbeiter) verkörpert, mit traditionellen Werten zu verbinden. Zuverlässigkeit, Budgettreue, Zielorientierung seien entscheidend für die Arbeit von S+S PR, so Schömbs. "Das unterscheidet uns auch von anderen Agenturen in der Szene, die lässiger an die Sache herangehen."
Türöffner adidas In der Branche gehört die Agentur schon nicht mehr zu den ganz Jungen. 1990 machten sich Gerald Schömbs und Grit Schröder (sie verließ die Agentur 1997) mit S+S PR selbstständig. Die adidas-Streetball-Kampagne zwei Jahre später markierte Ihren ersten Meilenstein, jugendaffine Kunden wie MTV, Swatch und GAP folgten. 1996 gründeten Gerald Schömbs, sein heutiger Partner Elmar von Hoesslin und Andreas Wegener die Veranstaltungsproduktion Eventure. "Wir haben gleich zu Anfang viele Erfahrungen mit Veranstaltungen gesammelt und begriffen, dass PR und Events zusammen gehören" sagt Schömbs. Eventure, zunächst als eigenständige Firma tätig, fusionierte im Jahr 2000 mit S+S PR.
Zum Aufstieg der Agentur hat die Event-Sparte einiges beigetragen. Schröder + Schömbs richtete Veranstaltungen rund um die MTV European Music Awards aus, beteiligte sich an der Love Parade, eröffnete die Münchner Depandance von Planet Hollywood. Doch auch Unternehmen wie Obi, eher als bodenständig denn als szenig bekannt, nehmen die Dienste der Hauptstädter in Anspruch. Für die Baumarktkette erdachte das PR-Team das Streetball-Turnier "Biber Beats". Mit den ,revolutionären Zellen‘ im Haus haben wir Konzepte entwickelt, die es bei Obi vorher so noch nicht gab", erzählt Schömbs. "Das hat im Unternehmen für Furore gesorgt."
Rewe bringt das Geld Größter und langjährigster Kunde in der Event-Sparte ist Rewe. "Happy Family" die jährliche Riesenparty des Supermarktkonzerns, organisieren die Berliner dieses Jahr bereits zum 13. Mal in Folge. In zehn verschiedenen Städten, darunter Hamburg, München, Köln und Berlin zieht das Spektakel mit Musik-Acts wie Yvonne Catterfeld jeweils bis zu 80 000 Menschen an. Damit erwirtschaftet Schröder + Schömbs knapp die Hälfte des Umsatzes.
Wie wichtig es ist, Kunden langfristig zu halten, hat Gerald Schömbs vor allem in der jüngeren Vergangenheit zu spüren bekommen. Zwei Jahre litt die Agentur unter der allgemeinen Wirtschafts- und Werbekrise. Die Abstürze der sogenannten Dotcom-Kunden habe S+S PR noch vergleichsweise gut weggesteckt, sagt Schömbs. "Belastet hat uns aber dass das Gros der Kunden Budgetkürzungen vornahm." Die harten Zeiten wirkten sich unmittelbar auf die Manpower aus. Die Zahl der Mitarbeiter schmolz von 30 auf zwölf. "Wir haben outgesourct, teilweise gekündigt, ausscheidende Mitarbeiter nicht ersetzt." Ende 2002 war die Talsohle durchschritten. Inzwischen beschäftigt Schröder + Schömbs wieder 23 Leute, allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien zehn neue eingestellt worden, gibt der Agenturchef an. Für 2004 erwartet er ein sattes Plus im Honorarumsatz: "Mindestens 20 Prozent." Ein Grund für die schnelle Erholung nach der Krise sei, dass wir in der Zeit keinen einzigen Kunden verloren haben".
Fussballbegeistert Seit dem Ende der Durststrecke kommen auch wieder neue Auftraggeber hinzu. Vergangenen Dezember gewann die Agentur den Pitch um die im August startende Kampagne von Jägermeister. Analog zur Fussball-Bundesliga sollen 18 Bands an 34 Spieltagen um die "Jägermeisterschaft" kämpfen. Die Matches laufen in Form von Konzerten, auf denen jeweils zwei Bands aus Bundesliga-Städten gegeneinander antreten und um die Gunst des Publikums spielen.
Um die Aktion professionell zu realisieren, wurde ein ganzer Pool von Firmen angeheuert. Für Schömbs und seine Mitarbeiter kein Problem: "Wir waren schon immer sehr nach außen orientiert." Das Team arbeitet regelmäßig mit Musikproduzenten, Fotografen, Plattenfirmen, Film- und Fernsehproduktionen, aber auch mit Managements von Künstlern und Schauspielern zusammen.
Vor Vernetzungen innerhalb der Public-Relations-Szene scheut S+S PR ebenfalls nicht zurück. "Die Zusammenarbeit mit anderen Agenturen entwickelt sich immer besser und ist fast schon ein Schlüsselfaktor in der Branche", so Schömbs. Er selbst ist mit 20 Prozent an der PR-Agentur Zucker beteiligt und hob schon 1993 "Family Affairs" mit aus der Taufe. Das 13 Agenturen fassende Netzwerk diente als Austausch- und Diskussionsplattform. Während der 90er Jahre trafen sich die PR-Spezialisten regelmäßig zu Workshops.
Inzwischen ist "Family Affairs" eingestellt – was der Vernetzung von S+S PR jedoch keinen Abbruch getan hat. Seit 2001 ist die Agentur Partner im globalen Netzwerk von Manning Selvage & Lee (MS & L) deren Hauptsitz in Oberursel liegt. Die bisherigen Erfahrungen aus der Kooperation bewertet Schömbs durchweg positiv: "Zum einen haben manche unserer Kunden Bedarf an internationaler PR, wo wir nun auf weltweite Büros zugreifen können. Umgekehrt melden sich hier Kunden aus Amerika, weil Berlin ein wichtiger Standort ist."
Start in München Doch nicht nur mit der Hauptstadt wird der Name Schröder + Schömbs künftig verbunden: Im Frühling eröffnete S+S PR München. Bei dem neuen Büro handelt es sich nicht um eine Niederlassung, sondern um eine eigenständige Agentur, betont Schömbs.. Mit dem Textilfachmann Uwe Sasse, der die Leitung an der Isar übernommen hat, kooperiert er bereits seit Jahren. Und um noch mal zu unterstreichen, dass kein Hasardeur sein muss, wer Sport- und Trendmarketing betreibt, erklärt Schömbs, Sasse habe vom Start weg drei Kunden betreut. " Es ist kein Investment à la ,Wir versuchen es mal in München‘, sondern alles ganz seriös und gesichert."









