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PR Magazin 1/2007

Hawaiihemd oder Zweireiher

PR–Einsteiger stehen vor einer Grundsatzentscheidung: Gehen sie zur kleinen Agentur, in der alle den Chef duzen?
Oder besser gleich in die Filiale eines internationalen Netzwerks – mit dem steilen Karriereweg vor Augen?
Die Chefs von Agenturen aller Größen zeigen Vor- und Nachteile beider Wege auf.

(…)

Grundsatzfrage Wer sich für den Einstieg ins PR - Business entscheidet, steht vor der Grundsatzfrage: große oder kleine Agentur? Mit dem Fokus auf Deutschland?
Oder den Kunden und Büros in aller Welt? Dabei gilt das Grundprinzip: Bei den kleinen Agenturen geht es familiärer zu. Auch Anfänger arbeiten fast immer voll im Tagesgeschäft mit. Große internationale Networks sind straffer geführt, bieten aber gute Verdienst - und Aufstiegsmöglichkeiten.

Auch Gerald Schömbs, Inhaber der Agentur Schröder + Schömbs in Berlin Mitte, schwört auf kleinere Strukturen.
Er hat sich nach langen Verhandlungen mit dem New Yorker PR – Netzwerk Manning Selvage & Lee ( MS&L) gegen die Integration entschieden und ist heute nur noch lose mit MS&L assoziiert.

„ Die Entscheidung fiel auch wegen der Mitarbeiter“ sagt Schömbs, der je nach Auftragslage zwischen 25 und 30 Leute beschäftigt. „Alle sind im Nachhinein froh.
Weil wir sonst viele Freiheiten nicht mehr hätten.“

„Wer sich im grauen Kostüm bewirbt, ist bei uns nicht
gut aufgehoben“
Gerald Schömbs

Im Hawaiihemd Schömbs selbst hat mit 19 Jahren in einer mittelständischen Agentur angefangen, wo sich alle duzten und der Chef im Hawaiihemd zur Arbeit kam.
„ Das war gut „, sagt Schömbs, der heute in seiner eigenen Agentur einen ähnlichen lockeren Stil kultiviert: „ Wer sich im grauen Kostüm bewirbt und sehr karriereorientiert auftritt, ist bei uns nicht gut aufgehoben.“

Der Berliner PR - Unternehmer ist auch ein gutes Beispiel
dafür, wie sehr der Inhaber einer mittelständischen Agentur prägt. „ Wir können zum Beispiel sagen, wir setzen dieses Jahr nicht auf Wachstum, sondern investieren in der Incentives“. Er organisiert, wenn nötig, Vier-Tage-Wochen für Mitarbeiter mit Kind und schickt bei Bedarf die ganze Crew zum Spanisch – Kurs. „ Das machen wir eher individuell.“ Je größer eine Agentur sei, sagt Schömbs, desto unternehmensähnlicher werde sie.


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