


"Horizont" vom 24. Februar 2001
Schröder + Schömbs PR macht sich durch Partnerschaften
und Kooperationen fit für die Zukunft
Die Handy-Generation im Visier
Berlin. Wer zu Schröder + Schömbs PR will, muss mit einem profanen Lastenaufzug in die vierte Etage des sanierten Fabrikgebäudes in Moabit fahren. Dort residiert die auf Jugendmarketing spezialisierte PR-Agentur zwischen hohen, lichtdurchlässigen Wänden. Nur ein witziger Empfang lässt ahnen, dass hier über Kommunikation für junge Zielgruppen gebrütet wird. Als Gerald Schömbs und Grit Schröder – später Grit Lauterbach – 1990 die Agentur gegründet hatten, waren sie hier zusammen mit der Multimediaagentur Pixelpark eingezogen, jetzt im Nebengebäude residiert. Inzwischen sieht sich auch die PR-Agentur mit ihren 14 Mitarbeitern nach größeren Räumen um.
Schröder + Schömbs PR positioniert sich als Agentur der neuen Generation. 1,5 Millionen Mark Honorarumsatz wurden 1999 realisiert, die Hälfte mehr als 1998. In diesem Jahr rechnet Schömbs, der nach dem Ausstieg von Lauterbach 1997 alleiniger Gesellschafter ist, mit einem Plus von 20 Prozent. Betreut werden Kunden wie DB Regio, GAP, Heineken,
Procter & Gamble, Obi, Rewe und der Spielzeughersteller Bandai. Angefangen hatte alles mit dem ersten großen Kunden Adidas, der die Agentur 1991 mit der Streetball-Kampagne betraute. Darüber wurden andere Unternehmen wie Swatch, MTV, Rewe und Marlboro Music auf die Newcomer aufmerksam. "Wir haben nie Kaltakquise betrieben und sind kaum in Pitches gegangen. Die Kunden sind immer über Empfehlung zu uns gekommen", erzählt Schömbs, der seine Agentur "eher klassisch als hip" einschätzt. Man sei handwerklich, zuverlässig und unterscheide sich von den "Trend-Buden". Den Vorteil gegenüber den großen Agentur-Klassikern sieht er darin, dass man "wesentlich lockerer und sicher näher an der jugendlichen Zielgruppe dran" sei.
Um das Angebot zu realisieren, kooperiert Schröder + Schömbs sowohl mit anderen Agenturen als auch mit Veranstaltern, Künstlern, Kreativen oder Prominenten. "So bilden sich persönliche Netze, weil man nicht nur in den Szenen arbeitet, sondern mit den Szenen." Seit 1993 existiert mit "Familie fair" ein unabhängiges Netzwerk von zehn Agenturen. In einem nächsten Schritt will der Agenturchef nun weitere internationale Partner suchen. In Österreich und der Schweiz wird bereits mit Agenturen zusammengearbeitet, ebenso in New York, San Francisco und London. Doch mit Blick auf die wachsende Online-Klientel müsse man " die Zusammenarbeit fester zurren."
Wer zu Schröder + Schömbs geht, hat meist die jugendlichen Zielgruppen im Visier. " Aber im Großen und Ganzen sprechen wir alle an, die sich jung fühlen." So begleitete die Agentur die schrille Inline-Tour "Punica Jam Session 99" und die glamouröse Eröffnungsparty für das Berliner "Niketown" mit Pressearbeit – beides zusammen wurde mit der Agentur Die Brut realisiert. Verantwortlich war Schröder + Schömbs auch für "Biber Beats", die Streetbasketball-Tour von Obi und dem Deutschen Basketballbund durch 50 Städte mit Medienpartner RTL 2 / The Dome und einigen Radiosendern. Für "Deiner", die Jugendkommunikation von DB Regio, steht Musik- und Künstler-Promotion auf dem PR-Plan. Aktuell wird die Produkteinführung der Pringles Right mit PR und Medienkooperationen unterstützt.
Die Events entwickelt Schröder + Schömbs mit der Partneragentur Eventure. Eventure, die in den Räumen nebenan sitzt, hatte Schömbs 1996 mit Elmar von Hoesslin und Andreas Wegener gegründet. Zudem hat sich Schömbs in die Berliner Agentur Zucker, die sich auf Jugend- und Online PR spezialisiert hat, eingekauft. Die Ergänzung ist für Schömbs wichtig, obwohl er bei den Dotcom-Kunden selektiert, um in diesem Bereich nicht überlastig zu werden. "Doch früher oder später werden aus allen Kunden Online-Kunden." Der Geschäftsführer bezeichnet das, was seine Agentur heute macht, als "neues Marketing". Zum Szene- oder Trendmarketing hat er "ein gespaltenes Verhältnis", da damit viel Schindluder getrieben worden sei.
Zwar sei richtig, dass die klassische Werbung bestimmte Zielgruppen nicht mehr erreiche. "Aber wenn die Marketingleute nicht wissen was abgeht, hilft ihnen auch eine Sammlung von Trends aus New York oder Mailand nicht weiter. Sie müssen sich selbst damit beschäftigen." Das gilt insbesondere für die neuen Technologien, die Schömbs, der auch für "Frontpage" gearbeitet hat, als Motor für die Strömungen in den Zielgruppen ausmacht. Für ihn ist die Techno-Szene ein Beispiel für neue Wege der Kommunikation über Internet oder Handy. Der Trend gehe zu individualisierter Kommunikation, was mehr Aufwand darstelle, aber auch schneller funktioniere. "Wir machen keine Jahreskonzeptionen mehr, weil wir nicht wissen, welche Aktionen wir im November machen. Vielmehr geben wir Richtungen, einen Charakter für ein Produkt vor." Die junge Art der Kommunikation habe Zukunft: "Heute kriegt man die Rentner noch nicht über die neuen Medien – in 20 Jahren wird das anders sein."
Schröder + Schömbs PR macht sich durch Partnerschaften
und Kooperationen fit für die Zukunft
Die Handy-Generation im Visier
Berlin. Wer zu Schröder + Schömbs PR will, muss mit einem profanen Lastenaufzug in die vierte Etage des sanierten Fabrikgebäudes in Moabit fahren. Dort residiert die auf Jugendmarketing spezialisierte PR-Agentur zwischen hohen, lichtdurchlässigen Wänden. Nur ein witziger Empfang lässt ahnen, dass hier über Kommunikation für junge Zielgruppen gebrütet wird. Als Gerald Schömbs und Grit Schröder – später Grit Lauterbach – 1990 die Agentur gegründet hatten, waren sie hier zusammen mit der Multimediaagentur Pixelpark eingezogen, jetzt im Nebengebäude residiert. Inzwischen sieht sich auch die PR-Agentur mit ihren 14 Mitarbeitern nach größeren Räumen um.
Schröder + Schömbs PR positioniert sich als Agentur der neuen Generation. 1,5 Millionen Mark Honorarumsatz wurden 1999 realisiert, die Hälfte mehr als 1998. In diesem Jahr rechnet Schömbs, der nach dem Ausstieg von Lauterbach 1997 alleiniger Gesellschafter ist, mit einem Plus von 20 Prozent. Betreut werden Kunden wie DB Regio, GAP, Heineken,
Procter & Gamble, Obi, Rewe und der Spielzeughersteller Bandai. Angefangen hatte alles mit dem ersten großen Kunden Adidas, der die Agentur 1991 mit der Streetball-Kampagne betraute. Darüber wurden andere Unternehmen wie Swatch, MTV, Rewe und Marlboro Music auf die Newcomer aufmerksam. "Wir haben nie Kaltakquise betrieben und sind kaum in Pitches gegangen. Die Kunden sind immer über Empfehlung zu uns gekommen", erzählt Schömbs, der seine Agentur "eher klassisch als hip" einschätzt. Man sei handwerklich, zuverlässig und unterscheide sich von den "Trend-Buden". Den Vorteil gegenüber den großen Agentur-Klassikern sieht er darin, dass man "wesentlich lockerer und sicher näher an der jugendlichen Zielgruppe dran" sei.
Um das Angebot zu realisieren, kooperiert Schröder + Schömbs sowohl mit anderen Agenturen als auch mit Veranstaltern, Künstlern, Kreativen oder Prominenten. "So bilden sich persönliche Netze, weil man nicht nur in den Szenen arbeitet, sondern mit den Szenen." Seit 1993 existiert mit "Familie fair" ein unabhängiges Netzwerk von zehn Agenturen. In einem nächsten Schritt will der Agenturchef nun weitere internationale Partner suchen. In Österreich und der Schweiz wird bereits mit Agenturen zusammengearbeitet, ebenso in New York, San Francisco und London. Doch mit Blick auf die wachsende Online-Klientel müsse man " die Zusammenarbeit fester zurren."
Wer zu Schröder + Schömbs geht, hat meist die jugendlichen Zielgruppen im Visier. " Aber im Großen und Ganzen sprechen wir alle an, die sich jung fühlen." So begleitete die Agentur die schrille Inline-Tour "Punica Jam Session 99" und die glamouröse Eröffnungsparty für das Berliner "Niketown" mit Pressearbeit – beides zusammen wurde mit der Agentur Die Brut realisiert. Verantwortlich war Schröder + Schömbs auch für "Biber Beats", die Streetbasketball-Tour von Obi und dem Deutschen Basketballbund durch 50 Städte mit Medienpartner RTL 2 / The Dome und einigen Radiosendern. Für "Deiner", die Jugendkommunikation von DB Regio, steht Musik- und Künstler-Promotion auf dem PR-Plan. Aktuell wird die Produkteinführung der Pringles Right mit PR und Medienkooperationen unterstützt.
Die Events entwickelt Schröder + Schömbs mit der Partneragentur Eventure. Eventure, die in den Räumen nebenan sitzt, hatte Schömbs 1996 mit Elmar von Hoesslin und Andreas Wegener gegründet. Zudem hat sich Schömbs in die Berliner Agentur Zucker, die sich auf Jugend- und Online PR spezialisiert hat, eingekauft. Die Ergänzung ist für Schömbs wichtig, obwohl er bei den Dotcom-Kunden selektiert, um in diesem Bereich nicht überlastig zu werden. "Doch früher oder später werden aus allen Kunden Online-Kunden." Der Geschäftsführer bezeichnet das, was seine Agentur heute macht, als "neues Marketing". Zum Szene- oder Trendmarketing hat er "ein gespaltenes Verhältnis", da damit viel Schindluder getrieben worden sei.
Zwar sei richtig, dass die klassische Werbung bestimmte Zielgruppen nicht mehr erreiche. "Aber wenn die Marketingleute nicht wissen was abgeht, hilft ihnen auch eine Sammlung von Trends aus New York oder Mailand nicht weiter. Sie müssen sich selbst damit beschäftigen." Das gilt insbesondere für die neuen Technologien, die Schömbs, der auch für "Frontpage" gearbeitet hat, als Motor für die Strömungen in den Zielgruppen ausmacht. Für ihn ist die Techno-Szene ein Beispiel für neue Wege der Kommunikation über Internet oder Handy. Der Trend gehe zu individualisierter Kommunikation, was mehr Aufwand darstelle, aber auch schneller funktioniere. "Wir machen keine Jahreskonzeptionen mehr, weil wir nicht wissen, welche Aktionen wir im November machen. Vielmehr geben wir Richtungen, einen Charakter für ein Produkt vor." Die junge Art der Kommunikation habe Zukunft: "Heute kriegt man die Rentner noch nicht über die neuen Medien – in 20 Jahren wird das anders sein."









